Bodengrund für Meerwasseraquarien

Der Meeresboden ist nicht nur großer Bestandteil eines gut funktionierendem Ökosystems, sondern gehört auch zum menschlichen „Bild“ einer kleinen Unterwasserwelt dazu. Noch dazu bildet Sand auch für unzählige Tiere z.B. Schlafplatz, Versteckmöglichkeiten und Futterquelle.. 

Wie man den richtigen Bodengrund für Meerwasseraquarien findet – oder ob vielleicht gar kein Bodengrund benötigt wird – erklärt der folgende Artikel.

Richtiger Bodengrund für Meerwasseraquarien
Der richtige Bodengrund und dessen Besatz ist ausschlaggebend für eine gut funktionierende Unterwasserwelt.

Was ist Bodengrund und woraus besteht dieser?

In der Regel entscheidet man sich bei Riffaquarien immer für Aquarium-Sand, im besten Fall für natürlichen Aquarium-Sand. Dieser besteht aus 100% natürlichen Meeressand und somit aus Korallenbruch und Muscheln. Es ist die mit unter schönste Variante für ein Riffaquarium. Der Sand gibt eine angenehme Reflektion für das menschliche und tierische Auge ab. Natürlicher Meeressand hat eine schöne Haptik und gibt ans Wasser nichts ab. Ebenso muss unser Natürlicher Meeressand nicht gespült werden.

Die Verfügbarkeit von natürlichen Meeressand wird jedoch aufgrund von Einlieferungsbedingungen erschwert und ist somit teurer. Auch, wenn tendenziell immer mehr Sand zur Verfügung steht, geht es bei einem Import von Sand darum, dass dieser aus toten Korallen und Muscheln besteht. Leider wird daher die Verfügbarkeit bald nur noch eingeschränkt möglich sein.

Wir konzentrieren uns zusätzlich auf verschiedene natürlich, geprüfte Produkte. wie zum Beispiel Fiji White Sand oder Live-Sand von  CaribSea. Dieser besteht aus reinen Calcium- und Magnesiumverbindungen und zählt damit zu den saubersten Materialen.

Wir empfehlen bei der Zugabe von solcher Art Sand diesen vorab immer zu spülen, auf scharfkantige Körnungen zu verzichten und möglichst keinen farbigen Sand zu verwenden.

Der Bodengrund

Bei der Auswahl von natürlichen Meeressand oder Live Sand sollten Sie folgende Dinge berücksichtigen:

1. Bodengrund - Die Körnung

Es gibt auch in der Meerwasseraquaristik verschiedene Feinheiten von Sand.

Feiner Sand (1-2 mm Körnung) ermöglicht gerade Lippfischen einen gemütlichen Schlafplatz zu finden. Für Seegurken stellt er Nahrung dar und für Sandseesterne ein sicheres Zuhause. Gerade für Grundeln ist der Aquariensand ein wichtiger Überlebensfaktor. Grundeln sind im Übrigen großartig zu beobachtende Fische, die es lieben, mit Sand wunderschöne Häuschen und Höhlen zu bauen.

Wer also solche Tiere pflegt sollte gerade bei Ihnen auf feine Körnung wert legen.

Sand gibt es in verschiedenen Körnungen.

2. Bodengrund - Die Strömung

Zu feiner Aquariensand (unter 1 mm Körnung) bringt an strömungsintensiven Stellen oft unschöne Bodenplatten zum Vorschein. 

Generell können daher Körnungen auch gemischt oder mit verschiedenen Gesteinen vor der Strömung geschützt werden. Lassen sich strömungsintensive Stellen nicht vermeiden empfehlen wir in diesem Bereich eine Körnung von 2-3mm.

Sand und Strömung im Aquarium
Zu viel Strömung oder die falsche Körnung lässt den Boden hervorblitzen.

3. Bodengrund - Die Höhe

Werden keine speziellen Tiere wie Sandaale oder ähnliches gepflegt ist eine Sandhöhe von ca. 2 – 3 cm (bodendeckend) optimal. Auch Lippfischen reicht diese Höhe als Schlafplatz aus.

Spezielle Tierarten wie oben genannte Sandaale brauchen hingegen mind. 25-30 cm hohen Sandboden.

 

Höhe von Bodengrund im Meerwasser Aquarium
Die Höhe des Bodengrundes bestimmen die jeweiligen Tiere.

Der perfekte Bodengrund für Ihr Meerwasseraquarium...

…besteht nicht nur aus dem richtigen Sand oder der richtigen Körnung. Es dauert bei Neueinrichtung des Aquariums eine Weile, bis Aquariensand und Riff eine Einheit bilden und sich ein Gleichgewicht an guten Bakterien eingestellt hat.

Ist etwas im Ungleichgewicht oder in der Entstehung, kann man das schnell an Ablagerungen auf dem Sand feststellen. Teilweise sind dies Bakterien wie z.B. Cyanos oder aber Algen wie Dinoflagellaten. Sie sind immer ein Zeichen, dass etwas noch nicht optimal ist. Geduld und Ruhe sowie ein fleißiges Reinigungspersonal (Cleaning Crew) ist nun gefragt!

Aquariensand muss Leben! Sand muss permanent durch Schnecken, Seesterne, Seemäuse oder Sanddollar in Bewegung bleiben, um seiner Aufgabe gerecht zu werden. Das heißt wer mit Sand beginnt, beginnt auch mit den ersten lebenden Tieren. Eine kleine Auswahl haben wir hier bereits zusammengestellt:

Ganz großartige Leistung vollbringen auch sogenannte Baggergrundeln. Allerdings sind die gleich so fleißig, dass Sie auch dabei die ein oder andere eingeschaufelte, am Boden stehende Koralle nicht interessiert. Wenn man dies aber berücksichtigt sind Sie tolle Bekämpfer aller Arten von „Bodenkrankheiten“. 

Weitere Tiere finden Sie, als Empfehlung, bereits auf die Größe Ihres Aquariums angepasst auf unserer Seite:

Kein Bodengrund für Meerwasseraquarien?

Für Aquarianer, die sich nur auf die Haltung und Zucht von Korallen spezialisiert haben, ist Aquariensand oft ein Störfaktor. Sand MUSS in Bewegung bleiben, um ein Übermaß an schlechten Bakterien zu vermeiden. Für reine Korallenzuchtbecken setzt das wiederum auch niedere Tiere oder Fische voraus, die den Aquariensand bewegen. Dabei kommt es aber oft dazu, dass Korallen umgestoßen oder vom Sand begraben werden. 

Bei einem reinen Korallenbecken stehen gute Wasserwerte und Sauberkeit an oberster Priorität. Auch wenn dies oft andere Probleme mit sich bringen kann. Trotzdem empfehlen wir für reine Korallenbecken, Zuchtanlagen oder Quarantäneanlagen auf Sand zu verzichten.

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